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Gefro Küchenlexikon

Irische Küche

Irish Stew

Aus der irischen Küche stammt das Irish Stew, ein traditioneller deftiger Eintopf. Allerdings wird das Irish Stew in Irland mittlerweile aufgrund seiner Geschichte seltener verzehrt: Da die einzelnen Zutaten leicht und günstig zu erhalten waren, wurde der Eintopf insbesondere von ärmeren Bevölkerungsschichten gekocht.

Die Zutaten für das Irish Stew sind übersichtlich: Lammfleisch, Kartoffeln sowie Zwiebeln und Petersilie gehören in den irischen Eintopf, gewürzt wird mit Kümmel. Auch hier gibt es Variationen bei der Zubereitungsart, so können beispielsweise Pastinaken, Karotten und Kräuter wie Basilikum oder auch Thymian hinzugefügt werden. Auch beim Fleisch kann variiert werden, hier sind Geflügel oder Rindfleisch eine gern gesehene Abwechslung.

Weniger bekannt sind die Varianten des Fulde Stew, hier wird dem Eintopf kleingeschnittener Weißkohl hinzugefügt, sowie das Dublin Stew, das sich durch seine schärfere Würzung vom Standardrezept abhebt.

Colcannon

Ein weiterer beliebter Eintopf ist Colcannon. Der Begriff stammt von dem irischen Ausdruck „cál ceannann“, dies bedeutet weißköpfiger Kohl. Allerdings ist in Colcannon Grünkohl enthalten, Weißkohl eher selten. Weitere Zutaten sind gestampfte Kartoffeln, Salz und Pfeffer. Nach der Kochzeit werden Milch, Butter oder Sahne sowie Lauchzwiebeln hinzugefügt.

Heutzutage wird Colcannon als Beilage serviert, in der Regel zu Fleischgerichten, während es früher eine sättigende Hauptmahlzeit war. Das Gericht geht auf das 18. Jahrhundert zurück, 1735 wurde es erstmalig in einem Reisetagebuch erwähnt. Kurze Zeit später war Colcannon dann auch in Teilen Englands bekannt. Damals handelte es sich keineswegs um ein Arme-Leute-Essen, sondern um eine Speise für den Adel. Der Eintopf wurde dazu großzügig mit Ingwer verfeinert.

In ganz England ist eine Variante des Gerichts verbreitet, das sogenannte Bubble and Squeak. Dabei werden die zerstampften Kartoffeln und das Gemüse zu einer Masse vermengt und in der Pfanne angebraten. Der Name des Gerichts ist auf die Geräusche zurückzuführen, die beim Braten entstehen: Die Masse zischt und wirft Blasen.

Potato Farls

Potato Farls sind eine Art Kartoffelpfannkuchen, die in vier Stücke geschnitten und in Fett gebraten werden. Der Teig besteht aus weichgekochten Kartoffeln, Butter, Mehl und Salz. Die Kartoffeln werden fein zerstampft und mit den restlichen Zutaten vermengt. Anschließend wird die entstandene Masse gründlich geknetet.

Der Teig wird rund ausgerollt und in vier gleich große Stücke zerteilt, anschließend in einer Pfanne in heißem Fett ausgebacken. Heutzutage werden Potato Farls gerne als Fertigprodukt in rechteckiger Form angeboten.

Gereicht werden Potato Farls gerne zu einem traditionellen irischen Frühstück, dem Irish Breakfast, oder dem Ulster Fry, ebenfalls eine Frühstücksmahlzeit. Die Bestandteile sind dem English Breakfast sehr ähnlich: gebratener Speck, kleine gebratene Würstchen, Spiegeleier, gegrillte Tomaten, Blutpudding oder White Pudding (zu einer Wurst geformtes Schweinefleisch und -fett, Rindernierenfett, Haferflocken, Brot).

 

 

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