Lactoseintoleranz

Lactoseintoleranz

Lactoseintoleranz – Wenn Milchzucker Probleme macht

Max hat schlecht geschlafen. Ihm steht heute eine besonders schwere Schulaufgabe bevor. Seine Mutter weiß das und hat ihm zum Frühstück eine große Portion Müsli mit frischer Milch bereitgestellt.
Max isst mit Appetit, aber unmittelbar nach dem Frühstück krampft sich sein Bauch zusammen und er rennt zur Toilette. Durchfall! Auch das noch!
Ein nervöser Bauch oder aber eine Milchzuckerunverträglichkeit?

Als Zucker gehört die Lactose (Milchzucker) wie z.B. auch der Fruchtzucker oder der Traubenzucker zu den Kohlenhydraten.
Lactose besteht aus zwei verschiedenen Zuckerbausteinen, einem Molekül Galaktose (Schleimzucker) und einem Molekül Glucose (Traubenzucker). In der Natur kommt der Milchzucker in der Muttermilch und der Milch von Säugetieren vor, wobei der Gehalt sehr unterschiedlich ist.
Die Lactoseintoleranz ist eine Nahrungsmittelunverträglichkeit, die vor allem vielfältige Bauchbeschwerden verursachen kann. Der Bauch ist angespannt und schmerzt, Blähungen und Völlegefühl und oftmals explosionsartige, wässrige Durchfälle kommen hinzu. Die Durchfälle, die häufig schon wenige Minuten nach dem Verzehr lactosehaltiger Lebensmittel auftreten, können oftmals nicht mehr kontrolliert werden. Die Patienten achten immer darauf, dass eine Toilette in der Nähe ist. Für viele bedeutet das eine deutliche Einschränkung in ihrer Lebensqualität.

Die Unverträglichkeit entsteht, weil im Dünndarm das Milchzucker spaltende Enzym, die Lactase nicht ausreichend vorhanden ist oder ganz fehlt. Die Lactase spaltet den Milchzucker in die zwei Einzelbausteine und macht sie so für den Körper verfügbar. Erfolgt die Spaltung nicht, gelangt die Lactose in tiefere Darmabschnitte und wird dort durch Bakterien abgebaut. Dabei entstehen Gase, kurzkettige Fettsäuren und andere Stoffe, die letztlich im Zusammenspiel die Symptome der Lactoseintoleranz verursachen. Eine Milchzuckerunverträglichkeit kann auch eine Folge anderer Erkrankungen sein. Entzündliche Darmerkrankungen, Entzündungen der Bauchspeicheldrüse oder auch eine Glutenintoleranz ziehen oft eine Milchzuckerintoleranz nach sich.

Diagnostik Lactoseintoleranz

Häufig finden die Patienten ganz allein heraus, woran es liegt, dass nach dem Frühstücksmüsli oder der Sahnesoße beim Mittagessen sehr schnell immer die gleichen Beschwerden auftreten. Besteht der Verdacht einer Lactoseintoleranz, kann ein sogenannter Lactose-Atemtest Klarheit bringen. Der Patient trinkt dafür eine konzentrierte Milchzuckerlösung. Bei einer Intoleranz wird, wie oben beschrieben, der Milchzucker im Dickdarm von Bakterien verstoffwechselt, wobei Wasserstoff entsteht. Dieses Gas gelangt über den Darm in den Blutkreislauf und von dort zu den Lungenbläschen und wird anschließend abgeatmet. Bei Atemtest wird das ausgeatmete Gas in bestimmten Zeitabständen in der Atemluft gemessen.

Ernährungsumstellung und Selbstbeobachtung bei Lactoseintoleranz

Der Schlüssel zur Beschwerdefreiheit liegt letztlich in einer konsequenten Ernährungsumstellung. Damit der Darm sich erholen kann, sollte man nach der Diagnosestellung zunächst einige Wochen streng lactosearm essen. Kartoffeln, Reis, Gemüse, Obst, Fleisch, Fisch, Getreide, Öle oder auch Eier enthalten keine Lactose und können auf dem Speiseplan stehen. Voraussetzung ist hier allerdings, dass es sich um unverarbeitete Lebensmittel handelt. Anschließend sollte ein Ernährungs- und Symptomtagebuch geführt werden. Die Patienten notieren, was sie gegessen haben und wie ihr Befinden war. Nur so kann es gelingen, auszuloten, wo die eigene Toleranzschwelle für den Verzehr von Lactose liegt.

So wird z.B. Joghurt von vielen Patienten noch vertragen, Milch aber gar nicht. In den fermentierten Milchprodukten sind Bakterien enthalten, die den Milchzucker schon teilweise zu Milchsäure umbauen und damit verträglicher machen. Schwierig wird die Kostumstellung dadurch, dass Milch, Milchprodukte oder auch der Milchzucker oft Bestandteile von Fertigprodukten sind. Hier hilft nur der Blick auf die Zutatenliste und dann letztlich auch das eigene Austesten. Milch oder auch Milcherzeugnisse müssen in der Zutatenliste ausgewiesen werden. Man kann Lactose in der Zutatenliste u.a. an Begriffen wie Magermilchpulver, Milcherzeugnis, Molke, Molkenpulver, Sahne, Schmand erkennen. In der Regel geben Firmen gerne Auskunft, ob sie lactosefreie Produkte in ihrem Sortiment führen. Für lose gekaufte Ware, z.B. Bäckereiprodukte bleibt allerdings nur, die Verkäuferin an der Ladentheke zu fragen.

Nicht zu unterschätzen ist schließend auch die Kombination der Gesamtmahlzeit. Zum Beispiel wird die klassische GEFRO Gemüsebrühe (enthält Lactose) als Suppe gegessen von einem Patienten mit einer Lactoseintoleranz wahrscheinlich nicht vertragen. Verwendet der Betroffene die Gemüsebrühe jedoch als Würze zum Verfeinern von Speisen, treten möglicherweise gar keine Probleme auf, wenn noch eine Restaktivität des spaltenden Enzyms vorhanden ist. Zusätzliches Fett in der Nahrung macht den Milchzucker dann oft besser verträglich. Durch das Fett hat die Speise eine längere Verweildauer im Magen-Darm-Trakt, so dass die Enzyme deutlich mehr Zeit haben, den Zucker abzubauen. Aber auch hier sind das Ausprobieren und die Selbstbeobachtung sehr wichtig.

Viele Betroffene verbieten sich selbst unnötiger Weise jegliche Milchprodukte. Beim Käse reduziert sich der Milchzuckeranteil durch den Reifeprozess, so dass Emmentaler oder auch andere Schnittkäsesorten oft vertragen werden. Außerdem wird schon bei der Käseherstellung die Molke, die einen hohen Lactosegehalt aufweist, abgetrennt.

 

Weitere Tipps und Infos zum Thema Ernährung finden Sie in unserem GEFRO Shop in unseren Ernährungstipps oder in unseren GEFRO Journalen.

 

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