Kräuter und Gewürze – die Heilkraft aus der Natur

Die Kräuter und Gewürze, die wir jeden Tag ganz selbstverständlich in der Küche verwenden, haben nicht nur eine geschmacksgebende Wirkung und schmeicheln unserem Gaumen. Sie machen Speisen gesund und bekömmlich.

Inhaltsverzeichnis

Die Menge macht’s

Selten finden wir in einem Kochbuch genaue Mengenangaben für Kräuter oder Gewürze. Es kommt allein auf das Know–how des Kochs oder der Köchin an. Der Chef am Herd muss Rezeptangaben wie: eine Prise Chilipulver, vorsichtig salzen, pikant abschmecken oder großzügig mit frischen Kräutern bestreuen, so indie Praxis umsetzen, dass auch einfachste Gerichte eine edle, aromatische Note bekommen. Nicht ohne Grund spricht man von „der Kunst des Würzens“.

Ist ein guter Koch nur ein Künstler?

Ein altes Sprichwort sagt: „Ein guter Koch ist gleichzeitig auch ein guter Arzt.”

Wie auch Obst und Gemüse enthalten Kräuter und Gewürze neben den bekannten Nährstoffen (Fette, Kohlenhydrate, Eiweiß, Vitamine, Mineralstoffe) eine Vielzahl sogenannter „sekundärer Pflanzenstoffe“.
Schon kleinste Mengen dieser Stoffe können in unserem Körper eine bedeutende Wirkung entfalten:

° Schutz gegen Krebs (antikanzerogen)

° Schutz gegen Krankheitserreger (antimikrobiell)

° Schutz gegen freie Radikale (antioxidativ)

° Schutz vor Entzündungen

° Senkung des Cholesterinspiegels

° Regulation des Blutdrucks

° Anregung des Immunsystems

Es ist übrigens nicht notwendig zu wissen, welche gesunden Wirkstoffe man durch den Verzehr von Obst, Gemüse und frischen Kräutern aufnimmt. Endscheidend ist, dass man weiß, dass jede Portion Obst, Gemüse oder Kräuter einen wahren Cocktail an Schutzstoffen für unseren Körper liefert.

Die Pflanzen bilden die sekundären Pflanzenstoffe zum eigenen Schutz, z.B. vor Fraßfeinden oder gegen Bakterien und Pilze. Heute wissen wir, was der Pflanze nützt hilft auch dem Menschen. Das Öl der Gewürznelken hält beispielsweise Stechmücken fern. Das gleiche Öl kann aber auch bei Zahnschmerzen schnelle Linderung bringen. (Gewürznelken nur kauen, bitte nicht runterschlucken).

Raus in die Natur

Vor allem im Sommer können wir die Kraft der Natur aus vollen Zügen genießen. Ob als Tee, als Duftpflanze oder als Zutat in der täglichen Kost: Kräuter helfen auf vielen Wegen. Sie sind wahre Multitalente und Elixier für Körper und Geist. Also raus in die Natur zum Kräutersammeln.

Brennnesselblätter

Sie regen den Stoffwechsel an, wirken harntreibend und reinigen das Blut. Brennnesseltee kann rheumatische Beschwerden lindern und wirkt bei Gichtpatienten entsäuernd.
Für eine Brennnesselkur sollte man ca. drei Wochen ein bis drei Tassen Brennnesseltee trinken.

Löwenzahn

Der Löwenzahn ist reich an Bitterstoffen und unterstützt Leber und Galle. Die Bitterstoffe regen gleichzeitig die Produktion von Magensäften an. Schon einige Blättchen auf dem Salat bringen die Verdauungssäfte in Fluss. Lesen Sie dazu auch: „Fitter durch bitter“

Bärlauch

Auch der Bärlauch unterstützt die Entgiftungsarbeit von Leber und Galle und wirkt zudem Blutdruck senkend. In der Naturheilkunde wird die auch als Hexenzwiebel oder Waldknoblauch bezeichnete Pflanze vor allem bei Verdauungsstörungen genutzt.

Das einfachste Merkmal, um die zum Verwechseln ähnlich aussehenden Blätter von Bärlauch und Maiglöckchen zu unterscheiden, ist der Duft. Zerreibt man Bärlauchblätter zwischen den Händen, kann man sofort den Knoblauchduft riechen. Den Blättern von Maiglöckchen und Herbstzeitlosen hingegen fehlt der Bärlauch eigene Duft. Auch die Blattoberfläche gibt einen entscheidenden Hinweis: Bärlauchblätter sind matt, Maiglöckchenblätter dagegen glänzen.

Melisse

Die ätherischen Öle der Melisse lösen Magenkrämpfe und wirken harmonisierend auf das vegetative Nervensystem. Melissentee fördert den erholsamen Schlaf.

Petersilie

Die Petersilie ist ein ausgezeichneter Vitamin-C-Lieferant und schützt vor Erkältung. Petersilientee wirkt harntreibend und hilft bei Blähungen.

Wussten Sie, dass Inhaltsstoffe der Petersilie helfen, giftige Stoffe auch Rauch und Qualm zu neutralisieren. Verantwortlich für diese Eigenschaft sind die ätherischen Öle Myristicin und Apiol. Angeblich neutralisieren diese Stoffe nicht nur den Rauch, sondern dämpfen auch das Verlangen nach der nächsten Zigarette.

Salbei

Salbei ist reich an Kampfer und Eucalyptol. Salbeitee hilft bei Heiserkeit, aber auch gegen übermäßiges Schwitzen.

Kapuzinerkresse

Die Kapuzinerkresse wird heute von vielen Autoren als pflanzliches Antibiotikum bezeichnet. Die Blätter und Blüten enthalten Senfölglykoside, die pilzhemmende, antivirale und antibakterielle Eigenschaften aufweisen. 2013 wurde die Große Kapuzinerkresse zur Heilpflanze des Jahres gekürt. Kombiniert mit Meerrettich wird Kapuzinerkresse gegen Blasenentzündungen und Infekte der oberen Atemwege eingesetzt.

Johanniskraut

Das Johanniskraut ist eines der bekanntesten Wild- und Heilkräuter, die sich leicht an Wiesen- und Waldrändern finden lässt. Die Pflanze hat zahlreiche medizinisch wirksame Inhaltsstoffe. Allem voran sind die im Johanniskraut enthaltenden Flavonoide (v.a. Hypericin und Hyperflorin) im Stande die Konzentration bestimmter Botenstoffe zu regulieren. Konkret handelt es sich um die Neurotransmitter Dopamin, Noradrenalin und Serotonin. Der Stoff Hypericin schafft es beispielsweise, die Produktion von Noradrenalin zu hemmen, wodurch mehr Dopamin zur Verfügung steht, was eine entspannende und teils angstlösende Wirkung ausübt.

Johanniskraut gilt heute als sanftes alternatives Heilmittel bei geistiger Anspannung, Erschöpfungszuständen, leichten Depressionen, Schlafstörungen und allgemeinen nervösen Unruhezuständen. Durch die Einnahme von Johanniskrautpräparaten oder -tee können Stresssymptome wie Konzentrationsstörungen und allgemeine Verstimmungszustände gelindert werden. Grundsätzlich ist Johanniskraut kein akutes Heilmittel, sondern muss über mehrere Tage bis Wochen eingenommen werden, bevor sich ein Effekt einstellt.

Beim Konsum von Johanniskrautprodukten können durchaus Nebenwirkungen auftreten. Das Kraut kann bei einigen Menschen phototoxisch wirken. Vor allem blasse bzw. hellhäutige Menschen bekommen in der Sonne schneller und intensivere Sonnenbrandreaktionen, die unangenehm sein können. Menschen, die Medikamente wie Zytostatika oder Immunsuppressiva einnehmen, sollten die Einnahme zunächst mit dem behandelnden Arzt besprechen, da die Wirksamkeit der Medikamente durch Johanniskraut gemindert werden könnte.

Lavendel

Der Lavendel ist ein typisches mediterranes Kraut, der mittlerweile auch bei uns in vielen Gärten oder öffentlichen Anlagen gefunden werden kann. Dass das Kraut auch eine gute Heilpflanze gegen Stress und Angststörungen ist, dürfte sich bei vielen bereits herumgesprochen haben.

Verantwortlich sind vor allem die in den Blüten und Blättern der Pflanze enthaltenden ätherischen Öle. Allem voran der Stoff Linalool sowie dessen Ester Linalyacetat sind für die beruhigende, angstlösende und entspannende Wirkung zuständig. Aufgrund des Wirkstoffkomplexes den Lavendel bietet, wird das Heilkraut vor allem bei Einschlafstörungen, psychisch bedingten Magen- und Darmbeschwerden, Angststörungen, Gereiztheit und leichten Depressionen eingenommen.

Lavendel lässt sich auf unterschiedliche Weise anwenden. Getrocknete Lavendelblüten und -blätter können klassisch als Tee getrunken werden, wobei bei akuten Fällen zwischen zwei und drei Tassen pro Tag getrunken werden sollten. Stresssymptome und Angststörungen können auch im Zuge einer Aromatherapie mit Lavendelöl behandelt werden. Für Einschlafstörungen können klassische Lavendelkissen helfen, bei denen getrocknete Lavendelblüten in etwa handgroße kleine Kissen eingearbeitet werden.

Grundsätzlich sollte Lavendeltee nur bei kurzfristigen Stresssymptomen eingenommen werden, da langfristiger Konsum von Lavendel u.a. zu Magen- und Darmreizungen führen kann.

Was Sie beachten sollten, wenn Sie frische Kräuter verwenden:

  • Gut waschen
  • Zerkleinern
  • Für einen Tee in der Regel einen gehäuften Teelöffel Kräuter pro Tasse
  • Den Tee zwei Minuten ziehen lassen
  • Langsam in kleinen Schlucken genießen

Die Heilwirkung von Kräutern oder Gewürzen lässt sich nicht an einem einzelnen Pflanzenstoff festmachen, sondern wichtig ist die Vielzahl der Verbindungen in ihrer Kombination. Wenn wir die schützende Wirkung der Pflanzenstoffe sinnvoll nutzen wollen, sollten wir unseren Speiseplan immer wieder durch frisches Obst und Gemüse bereichern. Lernen wir unseren Kräuter- und Gemüsegarten nicht nur aus kulinarischen, sondern auch aus medizinischen Gründen neu schätzen.

Eine kleine Garnitur aus frischen Kräutern bereitet nicht nur dem Auge viel Freude, sondern bringt gleichzeitig eine gute Portion Schutzstoffe für unsere Gesundheit.

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Kommentare

  1. Vielen Dank für diesen Beitrag zu den Heilkräften der Natur. Interessant, dass dabei der Löwenzahn gut für Leber und Galle ist, da er eine Vielzahl an Bitterstoffen enthält. Ich finde das spannend und werde mich sicherlich noch mehr über die Kräfte der Homöopathie informieren.

    • Simone Kuisle

      Liebe Sandra, vielen Dank für Ihren Kommentar. Toll, dass Ihnen der Beitrag so gut gefällt uns Sie einige Informationen daraus nehmen konnten. Bei weiteren Fragen können Sie sich gerne jeder Zeit an uns wenden. Wir wünschen Ihnen ein gutes neues Jahr 2022. Viele liebe Grüße aus Memmingen, Ihr GEFRO-Team

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