Bluthochdruck – ein Volksleiden

 

Schätzungsweise 20 Millionen Deutsche leiden unter erhöhtem Blutdruck (Hypertonie) Im höheren Lebensalter ist es wahrscheinlich sogar jeder Zweite. Auch in meiner Praxis lautet die Antwort auf die Frage nach Medikamenten sehr oft: „… ja, und dann natürlich noch mein Blutdruckmittel“.

Mit der Diagnose „erhöhter Blutdruck“ bekommt der Patient heute sofort ein Rezept für einen sogenannten Blutdrucksenker. Im Jahr 2016 wurden mit Blutdrucksenkern weltweit rund 24,8 Milliarden US-Dollar umgesetzt.

In diesem Blogbeitrag möchte ich Ihnen, liebe Leser, gerne einige allgemeine Informationen zum Thema Blutdruck geben. In einem zweiten Beitrag erfahren Sie dann, wie Sie den Blutdruck schon beim Essen senken können.

Ein normaler Blutdruck ist lebenswichtig

Damit das Blut durch die Blutgefäße zu den Organen und den Geweben fließen kann, muss es unter Druck stehen. Zwei Mechanismen sorgen dafür, dass dieser Blutdruck entsteht: das rhythmische Pumpen des Herzens und der Widerstand der Gefäßwände.

Wenn sich das Herz maximal zusammengezogen hat, ist der höchste Wert des Blutdrucks erreicht. Man nennt diesen oberen Wert den systolischen Blutdruck (Systole: das Zusammenziehen). Danach erschlafft das Herz, und es pumpt kein Blut mehr in die Arterien. Als Folge sinkt der Blutdruck wieder auf den niedrigsten Wert ab. Dieser untere Wert heißt diastolischer Blutdruck (Diastole: die Ausdehnung). D.h., bei der Blutdruckmessung werden immer zwei Werte angegeben werden (z.B. 120 zu 80). Die Einheit ist Millimeter Quecksilbersäule (mm Hg).

Der Blutdruck ist eine dynamische Größe

Der Blutdruck ist nicht immer gleich, sondern unterliegt im Laufe des Tages Schwankungen. Stress oder körperliche Arbeit treiben das Herz zu mehr Leistung an. Die Muskeln werden stärker durchblutet und besser mit Sauerstoff versorgt, der Blutdruck steigt. In bestimmten Situationen, z.B. bei großer Aufregung oder auch Wut, spürt man manchmal das Blut in den Adern pochen und den Puls rasen. Das Blut schießt dann in den Kopf, der Puls klopft. Entspannt der Körper, sinkt auch der Blutdruck wieder.

Während wir schlafen sinkt der Blutdruck auf die niedrigsten Werte ab, und das Herz kann sich in dieser Zeit erholen.

Um diesen Schwankungen Rechnung zu tragen, werden zur sicheren Diagnosestellung mehrere Messungen an verschiedenen Tagen zu verschiedenen Tageszeiten durchgeführt. Ergänzend wird oft eine 24-Stunden-Messung veranlasst, um zu sehen, wie sich der Blutdruck im Laufe des Tages verhält. Hierfür bekommt der Patient ein Gerät, das am Körper getragen wird, und das in festen Zeitabständen den Blutdruck automatisch misst.

Ein einmal erhöhter Blutdruck heißt also noch lange nicht, dass eine Erkrankung vorliegt. Viele Patienten haben allein schon durch die Aufregung beim Arzt einen erhöhten Druck.

Bluthochdruck besteht, wenn die Werte dauerhaft und unter Ruhebedingen auf über 140/90 mm Hg erhöht sind.

Ursachen

In den meisten Fällen ist die Ursache für den Hochdruck nicht bekannt (idiopathisch) Diese Form des Bluthochdruckes wird auch als essentiell oder primär bezeichnet.

Bei der sekundären Hypertonie liegt dem Bluthochdruck eine andere Krankheit als Auslöser zugrunde. Das können zum Beispiel Nierenerkrankungen, Störungen des Hormonsystems (Schilddrüsenerkrankungen), Herzerkrankungen oder Diabetes sein. Auch bestimmte Arzneimittel können die Ursache für einen Hochdruck sein. Man spricht dann von einer durch Medikamente induzierten Hypertonie z.B. durch die Pille, Rheumamittel, Cortison Präparate oder Antidepressiva. Der Blutdruck normalisiert sich nach Absetzen der Medikamente in der Regel wieder.

Symptome

Viele Menschen haben einen Bluthochdruck, ohne es zu wissen. Denn anfangs treten kaum Symptome auf. Hinweise auf einen manifesten Hochdruck können sein:

  • Ohrensausen
  • Schwindel
  • Herzrasen
  • Druck-/Engegefühl in der Herzgegend
  • Schweißausbrüche
  • Häufiges Nasenbluten
  • Sehstörungen
  • Kopfschmerzen (vor allem nachts und morgens)
  • Schlafstörungen
  • Nervosität, Gereiztheit, Konzentrationsstörungen
  • Rotes Gesicht
  • Erektionsstörungen

Risikofaktoren

Es gibt eine ganze Reihe von Faktoren, die die Entstehung von Bluthochdruck begünstigen, einige können wir nicht beeinflussen andere aber sehr wohl.

Nichtbeinflussbare Risikofaktoren:

Genetische Disposition
Kinder von Hypertonikern haben ein doppelt bis dreifach erhöhtes Risiko für die Entwicklung von Bluthochdruck Gegen die genetische Veranlagung kann man leider nichts unternehmen, aber dennoch sollten man versuchen, andere zusätzliche Risikofaktoren zu minimieren.

Das Lebensalter
Mit zunehmendem Alter werden die elastischen Gefäßwände starrer und unflexibler. Sie können sich immer weniger dem Blutdruck anpassen. Die abnehmende Elastizität der Gefäße lässt vor allem den systolischen Blutdruck ansteigen.

Beinflussbare Risikofaktoren:

Übergewicht
Übergewicht ist vor allem dann gefährlich, wenn sich das Fett in der Bauchregion und um die Taille herum ansammelt. Umgekehrt reduziert jedes abgespeckte Kilo den Blutdruck um zwei mm Hg.

Bewegungsmangel
Bewegungsmangel schwächt den Körper auf der ganzen Linie. Jede noch so einfache Bewegung, sei es die Treppe, das Ballspielen mit den Kindern oder Enkelkindern, der Spaziergang in der Natur oder auch der Besuch im Sportstudio, verbrennt zusätzliche Energie. Je mehr Muskeln wir aufbauen und stärken, desto größer wird die Fähigkeit unseres Körpers, Kalorien und Fett zu verbrennen, und dabei muss man nicht gleich zum Leistungssportler werden. Moderate Bewegung erhöht das Wohlbefinden und kann vor vielen Krankheiten, darunter Bluthochdruck, schützen.

Stress
Stresshormone bewirken ein Zusammenziehen der Blutgefäße, was zu einer Erhöhung des Blutdrucks führt. Wird der Stress zum Dauerzustand, also nicht mehr ausgeglichen, kann Bluthochdruck eine Folge sein. Über Methoden zur Stressbewältigung möchte ich hier nicht schreiben, das würde den Rahmen sprengen. Als Anregung zitiere ich aber gerne Bertha Eckstein-Diener: „Das einzige Mittel, Zeit zu haben, ist, sich Zeit zu nehmen“.

Alkohol
Wenn wir Alkohol trinken, wird das sympathische Nervensystem aktiviert. Die Gefäße verengen sich und die Herzfrequenz steigt. Wenn der Alkohol von der Leber abgebaut ist, sinkt der Blutdruck wieder. Wer aber regelmäßig und übermäßig viel Alkohol trinkt, läuft Gefahr einen chronischen Bluthochdruck zu entwickeln. Die Dosis macht das Gift.

Rauchen
Nikotin bewirkt eine Verengung der Blutgefäße, der Blutdruck steigt. Zusätzlich greifen Schadstoffe die Gefäßwände an und schädigen sie. Besonders betroffen sind die Herzkranzgefäße und Beinarterien (Raucherbein).

Ernährung
Eine gute, ausgewogene Ernährung ist eine sehr wirkungsvolle Stellschraube, um den Bluthochdruck in den Griff zu bekommen. Darüber möchte ich Sie, liebe Leser, gerne in meinem nächsten Blogbeitrag informieren.

 

Weitere Tipps und Infos zum Thema Ernährung finden Sie in unserem GEFRO Shop in unseren Ernährungstipps oder in unseren GEFRO Journalen.

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Ein Gedanke zu „Bluthochdruck – ein Volksleiden“

  1. Wolfgang Ihle sagt:

    Das neue Hochregal ist in den Farben Blau und Orange

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