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Gemüse

Die Tomate betritt die Bühne

Die Tomate betritt die Bühne
Inhaltsverzeichnis

    Mit der Tomate beginnt die neue Rubrik „Gemüse oder Obst des Monats“. Für den Auftakt wurde eine Sorte gewählt, die seit vielen Jahren für Diskussionen sorgt. 

    Denn die Tomate führt gewissermaßen ein Doppelleben: In der Küche gilt sie als Gemüse, aus botanischer Sicht spricht jedoch vieles für Obst.  

     

    Die Tomate – Gemüse oder Obst? 

    Kaum eine andere Kulturpflanze bewegt sich so selbstverständlich zwischen beiden Welten. 

    Dabei ist die Frage nach der richtigen Einordnung nur ein kleiner Teil ihrer Geschichte. Die Tomate hat eine weite Reise hinter sich, wurde zunächst misstrauisch beäugt und schaffte es schließlich, zu einer der beliebtesten Pflanzen auf unseren Tellern zu werden. 

    Nicht schlecht für eine Frucht, die lange Zeit eher im Blumenbeet als auf dem Esstisch zu finden war. 

     

    Von Amerika nach Europa 

    Die Geschichte der Tomate begann nicht in Italien und auch nicht im Mittelmeerraum. Ihre Heimat liegt viele tausend Kilometer entfernt in Mittel- und Südamerika. Dort wurde sie bereits kultiviert, lange bevor sie europäischen Seefahrern begegnete. 

    Im 16. Jahrhundert trat die Tomate schließlich ihre Reise über den Atlantik an. Gemeinsam mit Kartoffeln, Mais und vielen anderen bis dahin unbekannten Pflanzen gelangte sie nach Europa. 

    Ein Triumphzug war diese Ankunft allerdings noch nicht. 

    Die ungewohnten Früchte wurden zunächst mit Skepsis betrachtet. Ihr Aussehen erinnerte manche Menschen an Pflanzen, die als giftig galten. Andere wussten schlicht nicht, was sie mit diesem Neuling anfangen sollten. 

    So fand die Tomate ihren Platz zunächst häufiger in Gärten als auf Tellern. Dort durfte sie zeigen, was sie konnte: leuchtend rote Früchte hervorbringen und neugierige Blicke auf sich ziehen.  

    Die rote Farbe der Tomate stammt übrigens vom Pflanzenfarbstoff Lycopin. Dieser Inhaltsstoff steht seit vielen Jahren im Fokus wissenschaftlicher Untersuchungen und zählt zu den bekanntesten Bestandteilen der Tomate. 

    Die Karriere als beliebte Küchenzutat ließ noch etwas auf sich warten. 

     

    Als die Tomate noch misstrauisch beäugt wurde 

    Heute gehört die Tomate zu den beliebtesten Kulturpflanzen der Welt. Nach ihrer Ankunft in Europa sah die Sache allerdings ganz anders aus. 

    Die auffällig roten Früchte weckten zwar Neugier, gleichzeitig aber auch Misstrauen. Die Tomate gehörte zur Familie der Nachtschattengewächse – und zu dieser Familie zählen einige Pflanzen, die tatsächlich giftig sind. 

    Kein Wunder also, dass viele Menschen zunächst Abstand hielten. 

    Lange Zeit wurde die Tomate deshalb vor allem als Zierpflanze geschätzt. Ihre leuchtenden Früchte machten sich schließlich auch im Garten ganz hervorragend. 

    Erst nach und nach fand die Tomate ihren Weg in die Küchen Europas. Dort wurde schnell klar, dass sie weit mehr zu bieten hatte als ihre auffälligen roten Früchte. 

    Die Tomate hatte ihren ersten großen Auftritt erfolgreich gemeistert. 

     

     

    Zwischen zwei Welten 

    Spätestens an dieser Stelle stellt sich die Frage vom Anfang erneut: Was ist die Tomate denn nun eigentlich – Obst oder Gemüse? 

    Die Antwort hängt davon ab, wen man fragt. 

    In der Küche scheint die Sache eindeutig. Tomaten landen im Salat, in Suppen oder auf der Pizza. Sie werden ähnlich verwendet wie Gurken, Paprika oder Zucchini und gelten deshalb ganz selbstverständlich als Gemüse. 

    Die Botanik betrachtet die Sache jedoch aus einem anderen Blickwinkel. Dort zählt nicht, wie eine Pflanze verwendet wird, sondern wie ihre Früchte entstehen. Und genau hier beginnt das Doppelleben der Tomate. 

    Botanisch gesehen entwickelt sich die Tomate aus der Blüte der Pflanze und enthält Samen. Damit erfüllt sie die Merkmale einer Frucht – und würde somit dem Obst zugeordnet. 

    Die Tomate nimmt das erstaunlich gelassen. Seit Jahrhunderten bewegt sie sich zwischen beiden Welten und scheint bestens damit zurechtzukommen. 

    Vielleicht liegt gerade darin ihr besonderer Reiz: Kaum eine andere Kulturpflanze schafft es, gleichzeitig Obst und Gemüse zu sein – je nachdem, aus welcher Perspektive man auf sie blickt. 

     

    Mehr als rot und rund 

    Wer bei Tomaten automatisch an kleine rote Kugeln denkt, macht es sich mit dieser Pflanze ein wenig zu einfach. 

    Tatsächlich gibt es Tomaten in erstaunlicher Vielfalt. Manche sind kaum größer als eine Murmel, andere bringen ein stattliches Gewicht auf die Waage. Neben den bekannten roten Sorten finden sich auch gelbe, orangefarbene, grüne, violette und sogar fast schwarze Exemplare. 

    Die Tomate scheint wenig Interesse daran zu haben, sich auf eine einzige Erscheinungsform festzulegen. 

    Heute sind weltweit Tausende Sorten bekannt. Einige wurden speziell für den Anbau gezüchtet, andere werden seit Generationen von Hobbygärtnern und Sammlern bewahrt. 

    So unterschiedlich die Früchte auch aussehen mögen – sie alle gehören zu derselben großen Tomatenfamilie. Und vielleicht liegt genau darin ein Teil ihres Erfolgs: Die Tomate erfindet sich immer wieder neu, ohne dabei ihre Wurzeln zu vergessen. 

    Frische rote Cherrytomaten an der Rispe mit Wassertropfen, freigestellt auf weißem Hintergrund für Produktdarstellung

    Nicht schlecht für eine Frucht ... 

    Die Tomate hat einen weiten Weg hinter sich. Von Mittel- und Südamerika führte ihre Reise nach Europa, wo sie zunächst mit Skepsis betrachtet wurde. Heute gehört sie zu den bekanntesten und beliebtesten Kulturpflanzen überhaupt. 

    Ganz geklärt ist ihre Identität dabei bis heute nicht. In der Küche fühlt sie sich zwischen Gemüsearten wohl, aus botanischer Sicht spricht vieles für Obst. Die Tomate scheint mit dieser kleinen Ungewissheit bestens leben zu können. 

    Vielleicht macht gerade das ihren besonderen Reiz aus. Sie passt in keine Schublade so richtig hinein und bewegt sich seit Jahrhunderten ganz selbstverständlich zwischen verschiedenen Welten. 

    Nicht schlecht für eine Frucht, die ihre Karriere einst im Blumenbeet begann. 

     

    GEFRO Tomaten-Rezepte

    Chili sin Carne mit feurigen Kartoffelwedges und Salsa

    Gewürzte Kartoffelspalten mit Chili-Bohnen und frischer Salsa auf einem Teller, serviert auf einem Holzbrett

    Geflügelspieße mit Reis und Tomatensoße

    Gegrillte Hähnchenspieße mit Reis und roter Soße auf Tellern, serviert auf einem rustikalen Holztisch.

     

    Viele Grüße aus Memmingen

    Rita Hein

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