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Pilze – zwischen Wald, Pfanne und Umami

Pilze – zwischen Wald, Pfanne und Umami
Inhaltsverzeichnis

    Pilze passen in keine Schublade 

    Kaum liegen Pilze in der heißen Pfanne, verändert sich ihr Charakter. Aus dem eher zurückhaltenden Geschmack entwickelt sich eine kräftige, herzhafte Note, bei der Umami eine Rolle spielt. 

    Doch Pilze sind nicht nur geschmacklich etwas Besonderes. Auch biologisch gehen sie ihren eigenen Weg. Es lohnt sich also, diese eigenwilligen Gesellen etwas genauer unter die Lupe zu nehmen. Denn zwischen Waldboden und heißer Pfanne gibt es einiges zu entdecken. 


    Weder Pflanze noch Tier 

    Lange wurden Pilze den Pflanzen zugerechnet. Schließlich wachsen sie scheinbar ganz selbstverständlich aus dem Boden und bewegen sich nicht vom Fleck. Doch biologisch betrachtet passt diese Einordnung nicht. Biologisch gehören Pilze vielmehr zu einem eigenen Reich, den Fungi 

    Ein entscheidender Unterschied liegt in ihrer Ernährung. Pilze besitzen kein Chlorophyll und können daher keine Photosynthese betreiben. Anders als Pflanzen müssen sie organische Stoffe aus ihrer Umgebung aufnehmen. Auch ihre Zellwände unterscheiden sich: Statt vorwiegend Cellulose enthalten sie unter anderem Chitin – einen Stoff, der beispielsweise auch im Außenskelett von Insekten vorkommt. 

    Und der Pilz, den wir im Wald sehen? Er ist meist nur der Fruchtkörper. Der eigentliche Pilz besteht aus einem feinen Geflecht, dem Myzel, das sich im Boden oder in Holz ausbreitet. Was später im Korb und auf dem Teller landet, ist also nur der sichtbare Teil einer wesentlich größeren Welt.

    Pilze und Umami – was dahintersteckt 

    Pilze können einem Gericht erstaunlich viel Geschmack verleihen. Sie schmecken herzhaft, kräftig, manchmal beinahe fleischig – ein Geschmackseindruck, für den es einen eigenen Namen gibt: Umami. 

    Umami gilt neben süß, sauer, salzig und bitter als fünfte Grundgeschmacksrichtung. Der Begriff stammt aus dem Japanischen und lässt sich etwa mit „wohlschmeckend“ oder „herzhaft“ übersetzen. Verantwortlich für die Wahrnehmung ist unter anderem freie Glutaminsäure beziehungsweise ihre Salze, die Glutamate. Sie kommen ganz natürlich in vielen Lebensmitteln vor – etwa in Tomaten, Parmesan und eben auch in Pilzen. 

    Damit ist die Geschichte der Pilze aber noch nicht zu Ende. Neben Glutamat spielen bei ihrem Umami-Geschmack auch bestimmte natürliche Verbindungen eine Rolle, sogenannte Nukleotide. Dazu gehört Guanosinmonophosphat, kurz GMP. Im Zusammenspiel mit Glutamat kann es den Umami-Eindruck verstärken. Besonders deutlich wird die geschmackliche Intensität bei getrockneten Pilzen: Schon kleine Mengen Steinpilze oder Shiitake können einem Gericht eine ausgeprägt herzhafte Note geben. 

    Umami ist also keine geheimnisvolle Zutat, sondern eine eigene Geschmackswahrnehmung. Wie intensiv sie wahrgenommen wird, hängt bei Pilzen auch von der Sorte und der Zubereitung ab. 

     

    Von mild bis kräftig – Pilze haben Charakter 

    Pilz ist nicht gleich Pilz. Schon bei den bekannten Speisepilzen unterscheiden sich Aroma, Konsistenz und Verwendung deutlich. Champignons sind mild und vielseitig und passen ebenso in die Pfanne wie in Suppen oder Soßen. Braune Champignons schmecken meist etwas kräftiger als ihre weißen Verwandten. 

    Pfifferlinge bringen ein würziges, leicht pfeffriges Aroma mit und sind wie gemacht für einfache Pfannengerichte. Austernpilze sind fest und saftig und eignen sich gut zum Braten. Der Kräuterseitling bleibt angenehm bissfest und lässt sich auch in dickeren Scheiben zubereiten. 

    Und dann sind da noch die Steinpilze: Ihr kräftiges, charakteristisches Aroma harmoniert mit Risotto, Pasta oder Soßen. Getrocknet wird ihr Geschmack besonders intensiv – manchmal genügt schon eine kleine Menge, um einem Gericht eine deutliche Pilznote zu geben. 

    Ab in die Pfanne – aber richtig 

    Pilze bestehen zu einem großen Teil aus Wasser. Liegen zu viele auf einmal in der Pfanne, geben sie reichlich davon ab und garen eher im eigenen Saft, als dass sie bräunen. Eine große, gut erhitzte Pfanne und etwas Platz zwischen den Pilzen machen deshalb einen deutlichen Unterschied. 

    Bei ausreichend hoher Hitze kann Wasser rasch verdampfen und die Oberfläche bräunen. Jetzt kommt die Maillard-Reaktion ins Spiel: Dabei reagieren unter Hitzeeinwirkung unter anderem Aminosäuren und Zucker miteinander – es entstehen die typischen Röstnoten, die wir von vielen gebratenen Lebensmitteln kennen. 

    Mit Umami sind diese Röstaromen nicht gleichzusetzen. Umami ist eine Grundgeschmacksrichtung, beim Braten entstehen dagegen zusätzliche Aromen. Im Zusammenspiel tragen Umami und Röstaromen zum kräftigen, herzhaft-würzigen Geschmack gebratener Pilze bei.

    Frisch gekauft, gut aufgehoben 

    Frische Pilze sind fest und prall und riechen angenehm pilztypisch. Feuchte oder schmierige Stellen deuten dagegen darauf hin, dass sie ihre besten Tage bereits hinter sich haben. 

    Zu Hause mögen es Pilze kühl und luftig. Im Kühlschrank sind sie in einer Papiertüte gut aufgehoben. In luftdicht verschlossenen Kunststoffverpackungen kann sich dagegen Feuchtigkeit sammeln. Frische Pilze sollten möglichst zeitnah verarbeitet werden. 

    Und was ist mit dem Waschen? Meist genügt es, anhaftende Erde mit einer weichen Bürste oder einem Tuch zu entfernen. Bei stärkerer Verschmutzung können Pilze kurz unter fließendem Wasser abgespült und anschließend gut trocken getupft werden. 

    Wenn Pilze die Küche übernehmen 

    Mal cremig, mal würzig, mal nur als feine aromatische Note – Pilze können in der Küche ganz unterschiedliche Rollen übernehmen. 

    Auch in der GEFRO Küche zeigt sich diese Vielfalt: Die Jägersoße gehört zu den Klassikern. Die Edelpilz-Cremesuppe verbindet eine cremige Konsistenz mit einer würzigen Pilznote. Für die kleine Pilzpause zwischendurch gibt es die Suppenpause Pilz-Champion. Steinpilz-Risotto und Pesto Funghi bringen Pilzaromen in Reis- und Pastagerichte, und schon wenige Tropfen Steinpilzöl geben einem Gericht ein feines Steinpilzaroma. 

    Vom feinen Geflecht im Waldboden über Umami bis zu den Röstaromen aus der heißen Pfanne zeigen Pilze viele verschiedene Seiten. Kein Wunder also, dass sie in keine Schublade passen.

    Beste Grüße aus dem Allgäu 

    Rita Hein 

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