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Die Zwetschge hat ihren großen Auftritt in der Küche

Die Zwetschge hat ihren großen Auftritt in der Küche
Inhaltsverzeichnis

    Zwetschge – Obst des Monats September

    Der große Auftritt beginnt in der Küche 

    Manche Früchte wandern direkt vom Baum oder Strauch in den Mund. Die Zwetschgen nehmen oft einen kleinen Umweg. 

    Bevor aus ihnen Kuchen, Mus oder Kompott wird, werden sie gewaschen und manchmal liebevoll mit einem weichen Tuch auf Hochglanz poliert. Anschließend werden sie vorsichtig mit einem Messer halbiert und entsteint. Ist der Stein erst einmal entfernt, werden die beiden Hälften noch einmal aufmerksam beäugt. Vielleicht hat sich ja doch ein kleiner Wurm darin versteckt. 

    Die Schüssel füllt sich langsam mit Steinen. Die Finger sind inzwischen bläulich verfärbt. 

     

    Zwetschge oder Pflaume? 

    Zwetschgen und Pflaumen werden oft in einen Topf geworfen – oder besser gesagt: in dieselbe Obstschale. Tatsächlich gehört die Zwetschge zur großen Familie der Pflaumen und ist eine Unterart der Pflaume. Trotzdem gibt es einige Unterschiede. 

    Die Zwetschge ist meist etwas länglicher geformt, läuft nach vorne leicht spitz zu und hat ein festeres Fruchtfleisch. Ihr Stein lässt sich in der Regel leicht herauslösen. Genau deshalb greifen Bäcker und Köche besonders gerne zur Zwetschge. Sie behält beim Backen ihre Form besser und gibt weniger Saft ab – beste Voraussetzungen für Kuchen, Knödel oder Mus. 

    Pflaumen sind dagegen häufig runder, weicher und saftiger. Durch ihr saftiges Fruchtfleisch eignen sie sich besonders gut für Desserts oder zum frischen Verzehr. 

    Was in der Zwetschge steckt 

    Wir freuen uns über die süß-aromatischen Früchte. Und so ganz nebenbei bringen sie auch ernährungsphysiologisch einiges mit. 

    Schon ihre tiefviolette bis bläuliche Schale verrät einen Teil davon. Sie verdankt ihre Farbe den Anthocyanen – natürlichen Pflanzenfarbstoffen, die zu den Antioxidantien zählen und seit vielen Jahren Gegenstand wissenschaftlicher Forschung sind. 

    Zu ihren natürlichen Inhaltsstoffen gehören auch Ballaststoffe. Dazu zählt Pektin – ein löslicher Ballaststoff, den viele vom Gelieren von Marmeladen oder Pflaumenmus kennen. 

    Hinzu kommt Kalium – ein Mineralstoff, der unter anderem für die normale Funktion von Muskeln und Nervensystem benötigt wird. 

    Weniger bekannt ist ihr natürlicher Gehalt an Sorbit. Dieser Zuckeralkohol kommt in Zwetschgen von Natur aus vor. Menschen mit einer Sorbitunverträglichkeit reagieren darauf jedoch unterschiedlich empfindlich. 

     

    Mehr als nur Kuchen 

    Die reifen, prallen Zwetschgen gehören für viele ganz selbstverständlich zum September. Doch dort endet ihr großer Auftritt längst nicht. Mal landen sie auf dem Kuchen, mal im Knödel oder im Mus – und manchmal überraschen sie als Zwetschgen im Speckmantel oder in einer fruchtigen Soße zu Wildgerichten. 

    Was von ihr bleibt 

    Die Schüssel ist längst leer. Die Steine sind entsorgt und die Finger wieder sauber. 

    Wenig später zieht der Duft von Zwetschgenkuchen durchs Haus. Mit dem Duft ist alles wieder da - das gemeinsame Entsteinen, die Gespräche am Küchentisch und der prüfende Blick, ob sich nicht doch ein kleiner Wurm versteckt hat. 

    Genau so fühlt sich Spätsommer an. 

     

    Beste Grüße aus dem Allgäu 

    Rita Hein 

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