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GEFRO-Blog

Gicht – Was kann der Betroffene tun?

Gicht – Was kann der Betroffene tun?

Der erste Gichtanfall kommt in der Regel aus heiterem Himmel – meistens in der Nacht. Ich habe es selber im Bekanntenkreis erlebt. Stefan um die vierzig, Pianist von Beruf, normale Statur, Fleischliebhaber. Er war zu einer Hochzeitsfeier eingeladen. Das Essen schmeckte ihm köstlich: Rouladen, deftiger Schweinebraten und zu später Stunde noch herrlichen geräucherten Fisch am Mitternachtsbüffet. Stefan hat das Tanzbein geschwungen. Und weil es im Saal sehr warm war, stillte er seinen Durst zwischen den Tanzrunden mit einem kühlen Bier. Und diese Kombination aus purinreichem Essen und Bier hat dann das Fass zum Überlaufen gebracht. Stefan wurde nach wenigen Stunden Schlaf durch rasende Schmerzen im Daumengrundgelenk geweckt. Das Gelenk war heiß, rot und geschwollen. Wie Stiche durch Nadeln, so stechend war der Schmerz. Die Diagnose war durch den Hausarzt schnell gestellt: ein akuter Gichtanfall. Und das auch noch in der Hand. Wie sollte Stefan damit Klavierspielen? Er wurde zunächst mit Medikamenten versorgt. Gleichzeitig stellte er seine Ernährung um. Warum erkrankte gerade Stefan? Bei Stefan war es wahrscheinlich die genetische Prädisposition. Wissenschaftler haben herausgefunden, dass die meisten Gichtpatienten eine erbliche Veranlagung für einen chronisch erhöhten Harnsäurespiegel haben. Der Stoffwechsel dieser Patienten bildet überdurchschnittlich viel Harnsäure oder scheidet über die Nieren zu wenig Harnsäure aus. Die genetische Veranlagung ist nicht beeinflussbar. Es gibt aber eine Reihe von Risikofaktoren, die sehr wohl beeinflussbar sind und letztlich alle mit dem Lebensstil zusammenhängen: Risikofaktor: Übergewicht Nahrungsmittel im Überfluss und zu jeder Zeit verfügbar, Techniken und Hilfsmittel, die uns körperliche Arbeit erleichtern oder ersparen, das sind heute unsere Lebensbedingungen. Zwar angenehm, aber auf Dauer für die Gesundheit nicht fruchtbar. Hyperkalorische Nahrung, zu wenig Bewegung: Das Risiko für die Entstehung von Bluthochdruck, Übergewicht, Diabetes und Gicht steigt. Man weiß heute, dass Übergewicht den Harnsäurewert zusätzlich ansteigen lässt. Das heißt, neben der Umstellung auf eine harnsäurearme Ernährung sollte der von Übergewicht geplagte Gichtpatient zusätzlich sein Körpergewicht reduzieren. Das Abnehmen sollte unbedingt langsam, in kleinen Schritten erfolgen. Das Einschmelzen von Körperfettzellen setzt Purine frei. Der Gichtpatient sollte daher auf Fastenkuren oder Crashdiäten verzichten. Stefan war nicht übergewichtig. Aber er hatte die genetische Veranlagung, vielleicht schon lange einen erhöhten Harnsäurewert. Das purinreiche Essen und Trinken war dann der berühmte Tropfen, der den Anfall auslöste. Risikofaktor: Alkoholkonsum Alkoholhaltige Getränke sollten nur in geringen Mengen getrunken oder ganz weggelassen werden. Alkohol steigert die Harnsäurebildung in der Leber und hemmt gleichzeitig die Harnsäureausscheidung über die Nieren. Besonders kritisch ist der Genuss von Bier. Purine aus der Bierhefe erhöhen den Harnsäurespiegel zusätzlich. Umsteigen auf alkoholfreies Bier ist keine Alternative, denn das alkoholfreie Bier enthält ebenso Purine. Manche alkoholfreien Biere enthalten sogar deutlich mehr Purin als normales Bier. Risikofaktor: Purinreiche Ernährung Eine zu hohe Zufuhr purinreicher Kost, die fleisch- und fischlastig ist, der häufige Verzehr von Innereien lassen den Harnsäurespiegel immer weiter ansteigen. Es gilt also, die Ernährung umzustellen, den Lebensstil zu verändern. Stefan ist den Weg gegangen und hat keinen weiteren Gichtanfall erleben müssen. Und seine Finger laufen wie früher über die Klaviertasten. Genussvoll essen bei Gicht Ist der Harnsäurespiegel im Blut erhöht oder sogar der erste Gichtanfall überstanden, läuten die Alarmglocken und die persönliche Ernährungsweise muss unter die Lupe genommen werden. Wo sind die Purinbomben in der Kost? Wieviel Bier wird getrunken? Ich bin persönlich kein großer Fan von Listen und Tabellen, es kann aber am Anfang der Ernährungsumstellung hilfreich sein, mit einer Tabelle zu arbeiten, um ein Gefühl für Puringehalte verschiedener Nahrungsmittel zu bekommen. Harnsäure entsteht beim Abbau der Purine im Stoffwechselprozess. Aus 1 mg Purin werden dabei 2,4 mg Harnsäure gebildet. Die Deutsche Gicht–Liga e.V. empfiehlt, die tägliche Harnsäuremenge auf max. 400 mg zu beschränken, um erhöhte Harnsäurewerte oder die Progression der Gicht zu vermeiden. Auf ihrer Internetseite bietet die Deutsche Gicht-Liga e.V. einen Purinrechner an (auch für mobile Endgeräte als App verfügbar). Gerne gebe ich den entsprechenden Link auf die Seite weiter: https://www.gichtliga.de/purinrechner.html Mit diesem Rechner gelingt es sehr schnell, die purinreichen Lebensmittel in der eigenen täglichen Kost aufzuspüren und Änderungen einzuleiten. Wenn das Gefühl für Puringehalte sich eingestellt hat, reicht es aus, Nahrungsmittel gedanklich in drei Rubriken einzuteilen: Genießen – sparsam verzehren – vermeiden Genießen Bunt essen, im Sinne von, was die Natur uns bietet. Gerade der Gichtpatient sollte Farbe auf den Tisch bringen. Gemüse, Obst oder Salat passen zu jeder Mahlzeit. Zur Brotzeit frischen Rettich, Tomaten, Radieschen oder Gurken, zum Frühstück ein Gläschen Gemüse- oder Obstsaftsaft, zum Mittagstisch einen frischen Salat - klingt das nicht verlockend? Jedes Obst, jedes Gemüse liefert einen natürlichen Verbund aus Vitaminen, Mineralstoffen, Ballaststoffen und sekundären Pflanzenstoffen und ist damit ein wahrer Schutzschild für die Gesundheit. Amerikanische Studien haben bewiesen, dass auch purinhaltige Gemüsesorten wie Spargel oder Hülsenfrüchte keinen negativen Einfluss auf den Harnsäurespiegel haben. Und dann ist ja auch immer die Frage, womit diese Gemüse kombiniert werden. Vielleicht ist ja eine Erbsensuppe ohne geräucherten Bauchspeck und ein Spargelgericht ohne Bratwürstchen auch ein kulinarischer Höhepunkt. Eier, Milch und Milchprodukte dürfen ebenfalls auf dem Speiseplan stehen. Sie enthalten wenig bis gar keine Purine. Die Harnsäure wird über die Nieren ausgeschieden. Daher sollte das Lieblingsgetränk eines Jeden Wasser sein, ein reines Quellwasser, stilles Wasser oder auch ein spritziges Mineralwasser. Mehr als die Hälfte unseres Körpers besteht aus Wasser, kein Wunder also, dass unser Körper so sehr auf das frische Nass angewiesen ist. Nur mit Hilfe von Wasser können unsere Zellen ihre Aufgaben wirklich gut erfüllen. Wasser sorgt dafür, Nährstoffe effektiv aufzunehmen und zu verwerten, sowie unsere Nieren von Abfallstoffen – und Harnsäure gehört dazu - zu befreien. Wasser kann man mit frischen Kräutern, einem Spritzer Zitronen- oder Limettensaft oder auch Ingwer wunderbar aromatisieren. Neben Wasser darf der Gichtpatient auch Kräuter- und Früchtetees trinken. Sogar Kaffee ist erlaubt. Übrigens alle aufgeführten Nahrungsmittel in dieser ersten Rubrik stehen für eine ovo-lacto-vegetabile Kost, die Ernährungsform, die jedem Gichtpatienten empfohlen wird. Sparsam verzehren Auch, wenn die ovo-lacto-vegetabile Kost empfehlenswert ist, darf es für den Gichtpatienten auch Ausnahmen geben. Einmal täglich eine kleine Portion (ca.100g) Fleisch, Geflügel oder Fisch ist erlaubt. Bei Fisch sollte der Gichtpatient die mageren Sorten wie Scholle, Seezunge oder Kabeljau wählen. Diese enthalten deutlich weniger Purine als die Fettfische und sie machen auch auf dem Grill eine gute Figur. Entfernt man vom Brathähnchen die Haut, darf es auch mal ein Grillhähnchen sein. Durchforsten Sie das Internet nach purinarmen Rezepten. Sie werden über die Vielfalt staunen. Gicht oder auch nur erhöhte Harnsäurespiegel erfordern Kreativität beim Kochen. Lassen Sie sich inspirieren. Neben dem Fleisch- und Fischkonsum sollte der Verzehr von Fruchtzucker (Fructose) eingeschränkt werden. Keine Angst, auf Obst muss der Gichtpatient nicht verzichten. Die Vorteile der obstreichen Ernährung überwiegen deren Nachteile bei Gicht. Aber Achtung bei Süßigkeiten, Joghurts, Müsliriegeln, Softdrinks und Limonaden. Diese werden häufig mir Fruchtzucker oder Fructosesirup angereichert. Ein Blick auf die Zutatenliste ist also sinnvoll. Fructose selbst enthält zwar keine Purine, es ist ja ein reiner Zucker. Aber Fruchtzucker wird in der Leber verstoffwechselt und dabei entstehen über verschiedene Zwischenschritte Purine, die zu Harnsäure abgebaut werden. Aber nicht nur der Harnsäurespiegel steigt bei übermäßigem Verzehr von Fructose. Fructose fördert die Entwicklung von Übergewicht und einer Fettleber. Neben Fructose erhöhen auch die Zuckeraustauschstoffe Xylit und Sorbit den Harnsäurewert. Auch hier hilft nur der Blick in die Zutatenliste. Vermeiden Die Liste an erlaubten Nahrungsmitteln und denen, die sparsam gegessen werden sollten, ist lang und machen hoffentlich jedem von der Gicht geplagten Leser Mut. Aber ein paar Verbote müssen dennoch erwähnt werden. An erster Stelle stehen hier Innereien (Leber, Kalbsbries, Nieren…). Da werden auch bei kleinen Portionsgrößen die Grenzwerte von 400 mg Harnsäure schnell überschritten. Fette Fische, wie Ölsardinen, Sprotten, Sardellen, Hering und Krustentiere sollten ebenfalls vom Speiseplan gestrichen werden. Meiden sollte der Gichtpatient ein Zuviel an Hefe, Hefeextrakt oder Nährhefe. Vegetarische Brotaufstriche oder Fleischersatzprodukte auf der Basis von Nährhefe oder Hefeflocken zum Würzen sind für Gichtpatienten nicht geeignet. Anmerkung zur Verwendung von Hefeextrakt speziell bei den GEFRO-Produkten: Auch in den Produktlinien von GEFRO wird in verschiedenen Rezepturen Hefeextrakt eingesetzt. Der Gehalt ist aber sehr gering, so dass im fertigen Gericht der Gehalt an Purinen vernachlässigbar niedrig ist. Eine Ausnahme bilden hier die Brotaufstriche. Und abschließend nochmal der Hinweis auf Kochbücher oder Internetseiten. Stöbern Sie nach neuen Rezepten, denn eine Ernährungsumstellung gelingt nur, wenn es schmeckt. Setzen Sie sich das Ziel, dauerhaft purinarm zu genießen. Weitere Tipps und Infos zum Thema Ernährung finden Sie in unserem GEFRO Shop in unseren Ernährungstipps oder in unseren GEFRO Journalen.

Diagnose: Glutenunverträglichkeit - Paulinas Erfahrungsbericht

Diagnose: Glutenunverträglichkeit - Paulinas Erfahrungsbericht

Ich habe eine Glutenunverträglichkeit und möchte Ihnen mit diesem Blog-Beitrag Mut machen, wie mit vielen Alternativprodukten und guter Kennzeichnung die glutenfreie Ernährung erleichtert werden kann. Zöliakie, Glutensensitivität oder Weizenallergie –die neue Volkskrankheit? „Ist da Gluten drin?“ Wäre ich das vor ein paar Jahren gefragt worden, hätte ich vermutlich nicht weiterhelfen können, da ich nicht einmal gewusst habe, was Gluten überhaupt ist. Mittlerweile weiß ich es: Gluten oder auch Klebereiweiß ist ein Speicherprotein, das im Samen verschiedener Getreidesorten, wie Weizen, Roggen, Gerste oder Dinkel vorkommt. Es hat einen geringen Nährwert, ist aber ein guter Emulgator und Träger für Aromastoffe, bindet Wasser und stabilisiert. Für mich ist Gluten aber vor allem etwas, das ich nicht esse. Nicht, weil ich eine Diät mache, sondern weil ich an einer Glutensensitivität leide. Glutensensitivität ist eine Form der Glutenunverträglichkeit, die in jedem Alter auftreten kann. Hierbei löst das Gluten eine fehlgeleitete Immunreaktion aus. Der Körper reagiert überempfindlich auf Gluten. Bei mir zeigte sich das durch häufige Bauchschmerzen, Müdigkeit, Übelkeit und Kreislaufprobleme. Da im Gegensatz zu einer echten Zöliakie die Symptome bei einer Sensitivität sehr unterschiedlich und individuell sind, verging über ein Jahr, bis die Diagnose schließlich durch eine Bauchspiegelung im Krankenhaus bestätigt wurde. Glutenunverträglichkeit – welche Lebensmittel sind zu meiden? Cheatday – gibt´s nicht Nach der Diagnose war ich zwar erleichtert, endlich einen Grund für meine Beschwerden gefunden zu haben, zugleich war mir jedoch auch bewusst, dass ich ab sofort meine Ernährung komplett umstellen muss. Keine Nudeln, keine Pizza, kein Müsli, keine Burger, keine Kekse und nicht mal Brot – die Liste glutenhaltiger Lebensmittel schien unendlich lang und beinhaltete so gut wie alles, worauf meine bisherige Ernährung basierte. Ich konnte mich nicht einmal an eine Fastenzeit erinnern, die ich durchgehalten hatte und jetzt sollte ich plötzlich auf so viel verzichten, ganz ohne Ausnahmen? Besonders am Anfang war die Umstellung nicht einfach und sehr zeitaufwendig. Die Angebote an speziellen Ersatzprodukten waren zwar deutlich umfangreicher, als ich erwartet hätte, aber oft war der Geschmack sehr ungewohnt und eigen. Doch man wächst an seinen Herausforderungen und nach einigen Wochen fand ich sogar ein Brot, das nicht nach Pappe schmeckte. Ich würde nicht behaupten, dass meine Ernährung durch die Umstellung gesünder oder ungesünder wurde. Vielmehr habe ich gezwungenermaßen beim Kontrollieren der Zutatenlisten erstmals darauf geachtet, was eigentlich alles in den Lebensmitteln steckt, die ich täglich zu mir nehme und habe gelernt, bewusster zu Essen. Glutenfreie Produkte, die das Kochen erleichtern Verzicht ohne verzichten Als ziemlich schwierig erwiesen sich Restaurantbesuche, Familienfeiern und Tage, an denen es schnell gehen musste. Es gibt kaum Produkte, die glutenfrei, schnell zubereitet und trotzdem lecker sind. Mit einer Ausnahme: Die Produkte von GEFRO. Wussten Sie, dass über 85% der GEFRO Produkte glutenfrei sind? Tomatensoße, Gewürz-Pfeffer oder Chili sin Carne – In unserer Küche waren die Suppen, Soßen und Würzen von GEFRO schon immer sehr beliebt und alles kann ich trotz meiner Glutensensitivität weiterhin essen. Mein Lieblingsprodukt? Definitiv die BIO Sauce Bolognese. Dank GEFRO muss ich also nicht auf mein Lieblingsgericht verzichten. GEFRO Soßen-Set Paulina hat 2020 ein Praktikum bei GEFRO gemacht und uns ihre Geschichte erzählt. Vielen Dank dafür, Paulina! Haben Sie ähnliche Erfahrung gemacht bei der Diagnose von Glutenunverträglichkeit? Hinterlassen Sie uns einen Kommentar, wir sind gespannt auf Ihre persönliche Geschichte. Wir wünschen Ihnen alles Gute, Ihr GEFRO-Blog-Team

Diabetes mellitus – Volkskrankheit Nummer 1

Diabetes mellitus – Volkskrankheit Nummer 1

Immer mehr Menschen sind von der Volkskrankheit Diabetes mellitus betroffen, darunter zunehmend Kinder und Jugendliche.- Worin unterscheiden sich eigentlich die beiden Diabetes- Typen 1 und 2? - Mit welchen Symptomen macht sich die Krankheit bemerkbar?- Und wie kann man mit einer gesunden Lebensführung den Krankheitsverlauf positiv beeinflussen?Im folgenden Blogbeitrag von Frau Dr. rer. nat. Rita Hein erhalten Sie jede Menge interessanter Informationen und konkrete Tipps für Ihre Gesundheit. Welche Diabetes Arten gibt es? Diabetes Typ-1 Diabetes Typ-2 Typische Diabetes Symptome Warum ist Diabetes Mellitus so gefährlich? Tipps für eine gesunde Lebensführung bei Diabetes Gesunde Ernährung als Basis Gewichtsreduktion Kohlenhydrate – auf die Auswahl kommt es an Vermeidung von Zwischenmahlzeiten Wasser als Standardgetränk Bewegung und Aktivität Welche Diabetes Arten gibt es? Diabetes Typ-1 Beim Typ-1- Diabetes, früher auch als juveniler Diabetes bezeichnet, handelt es sich um eine Autoimmunkrankheit. Körpereigene Zellen richten sich gegen die insulinproduzierenden Zellen der Bauchspeicheldrüse, die völlig zerstört werden. Es kommt zum lebensbedrohlichen Insulinmangel. Die betroffenen Patienten sind auf regelmäßige Insulinzufuhr angewiesen, man spricht deshalb auch vom insulinpflichtigen Diabetiker. Diabetes Typ-2 95% aller Diabetiker leiden unter der Diabetes- Form Typ- 2, früher auch Altersdiabetes genannt. Hier kommt es nicht zu einem Insulinmangel, sondern die Körperzellen sind resistenter gegenüber der Insulinwirkung geworden. Die Insulinwirkung ist nicht mehr so effektiv wie bei einem gesunden Menschen. Der Körper versucht sich anfangs selber zu helfen, indem immer mehr Insulin freigesetzt wird. So gelingt es, den Blutzucker oft über eine lange Zeit noch stabil zu halten, allerdings sind schon zu diesem Zeitpunkt erhöhte Insulinwerte nachweisbar.Irgendwann ist die Kraft der Bauchspeicheldrüse erschöpft und zu diesem Zeitpunkt wird der Diabetes manifest. Warum steigt die Zahl der Typ-2-Diabetiker in Deutschland und anderen Industriestaaten unentwegt an, während die Zahl der an Typ-1-Erkrankten relativ stabil ist?Untersuchungen zeigen, dass mittlerweile nicht nur ältere Menschen am Altersdiabetes leiden, sondern es sind immer mehr Jugendliche und Kinder betroffen. Die Hauptursache für die Entstehung von Altersdiabetes ist neben der erblichen Veranlagung sicherlich eine ungesunde Lebensweise. Das Auftreten von Altersdiabetes wird durch Übergewicht, Fehlernährung und Bewegungsmangel entscheidend gefördert. 90 % der Typ-2 -Diabetiker sind übergewichtig. Nur durch die konsequente Änderung des Lebensstils und der Ernährungsgewohnheiten kann die Häufigkeit von Diabetes gesenkt werden. Auf der einen Seite ist es nie zu spät, ungesundes Verhalten zu verändern und auf der anderen Seite ist es nie zu früh, Vorsorge zu treffen. Typische Diabetes-Symptome? Erste Krankheitsanzeichen können sein: starker Durst häufiges Wasserlassen schlechte Wundheilung häufige Infekte Müdigkeit und Konzentrationsschwäche Juckreiz Sehstörungen Treten zwei oder mehrere dieser Beschwerden gleichzeitig auf, sollte man umgehend einen Arzt aufzusuchen. Warum ist Diabetes mellitus so gefährlich? Ein dauerhaft erhöhter Zuckerspiegel in unserem Kreislauf schädigt Nerven und Blutgefäße. Die Folgeschäden für den Organismus sind breit gestreut, es können fast alle Organe betroffen werden. Sind die Nerven geschädigt (Neuropathie), kommt es zu einem mangelnden Schmerzempfinden. Verletzungen durch das Tragen von schlechtem Schuhwerk oder bei der Nagelpflege werden oft gar nicht wahrgenommen, sodass sich unbemerkt Fußgeschwüre mit schweren Wundinfektionen bilden. Wenn das vegetative Nervensystem geschädigt ist, entwickeln Diabetiker möglicherweise Herzrhythmusstörungen, Verdauungsstörungen oder auch Potenzstörungen. Die Verengung großer Blutgefäße (Makroangiopathie) begünstigt die Entstehung von Herzinfarkten, Schlaganfällen und Durchblutungsstörungen in den Beinen. Erhöhte Blutfettwerte, Blutdruck oder auch das Rauchen erhöhen das Risiko zusätzlich. Die Schädigung kleinerer Blutgefäße (Mikroangiopathie) kann zu schweren Netzhautschädigungen am Auge und zum Nierenversagen führen. In der Altersgruppe zwischen 20- und 65 Jahren ist die diabetische Netzhauterkrankung in unserer Zivilisation die häufigste Erblindungsursache. Und in Deutschland sind mehr als die Hälfte aller Patienten, die sich nach Nierenversagen einer Blutwäsche unterziehen müssen, Diabetiker. Ein konsequent behandelter Diabetes sowohl therapeutisch durch den Facharzt als auch durch eine gesunde Lebensführung, ist der beste Schutz vor Folgeschäden. Tipps für eine gesunde Lebensführung bei Diabetes Als Diabetes-Patient ist eine gesunde Lebensführung essentiell. Das Gute daran: Hier kann jeder Patient eigenständig aktiv werden und zu seiner Gesundheit beitragen! Im Detail geht es um folgende Aspekte: Gesunde Ernährung als Basis jeder Diabetesbehandlung Die richtige Ernährung ist die Basis einer jeden Diabetesbehandlung. Auf Genuss und Abwechslung muss dabei keineswegs verzichtet werden. Eine ausgewogene Ernährung kann die Blutzuckerwerte verbessern, das Übergewicht abbauen und das Risiko von Folgekrankheiten mindern. Das absolute Zuckerverbot für Diabetiker ist längst überholt. Viele Diabetiker verzichten auf Zucker und halten eine streng kohlenhydratarme Diät ein. Anstelle von Kohlenhydraten werden aber dann eher fettreiche Speisen gegessen. So entsteht ein Teufelskreis: die Ernährung wird noch schlechter und das Übergewicht mit all seinen Folgen noch größer. Ein Typ-2- Diabetiker muss prinzipiell nicht anders essen als ein Gesunder. Die Mahlzeiten sollten abwechslungsreich und fettarm aber reich an komplexen Kohlenhydraten, Ballaststoffen, Mineralstoffen und Vitaminen sein. Diabeteskost ist letztlich eine Kostform, von der alle Menschen profitieren könnten. Gewichtsabnahme als Therapiemittelpunkt Wenn ein übergewichtiger Diabetiker auch nur einige Kilogramm abnimmt, wird die Insulinwirkung an den Zellen deutlich verbessert. Die Blutzuckerwerte normalisieren sich. Die Gewichtsabnahme ist daher immer Therapiemittelpunkt bei der Diabetesbehandlung. Das heißt: Auch für den Diabetiker steht die Energiebilanz an erster Stelle und nicht das Einsparen von Kohlenhydraten. Wenn die Kilos purzeln, verbessern sich in der Regel die Blutfettwerte und der Blutdruck gleich mit. Oft kann auf eine medikamentöse Therapie dann ganz verzichtet werden. Kohlenhydrate – auf die Auswahl kommt es an Kohlenhydrate sind letztlich eine lange Kette von aneinandergereihten Zuckerbausteinen. Die Ketten sind nicht nur unterschiedlich lang, sondern sie setzen sich aus verschiedenen Zuckerbausteinen zusammen. Je mehr Bausteine eine Kette bilden, desto langsamer verwertet der Körper das Ganze. Kurze Ketten, bestehend aus Einfach- oder Zweifachzuckern, sind deutlich Blutzucker- wirksamer als eine lange Reihe von Bausteinen, die erst in die einzelnen Einheiten zerlegt werden muss. Der Einfachzucker, Traubenzucker, schießt ins Blut, Obst und Weißmehlprodukte strömen ins Blut. Kohlenhydrate aus Vollkorngetreide fließen ins Blut, während Kohlenhydrate aus Hülsenfrüchten nur noch ins Blut tröpfeln. Die enthaltenen Ballaststoffe bilden sozusagen eine Barriere und verzögern die Aufnahme der Zuckerbausteine ins Blut. Ballaststoffreiche Nahrungsmittel stabilisieren den Blutzuckerspiegel und sättigen anhaltend. Zusätzlich wird die Darmmotorik angeregt und der Cholesterinspiegel gesenkt. Für Gesunde und Diabetiker gilt gleichermaßen: Bevorzugen Sie Kohlenhydrate, die den Blutzuckerspiegel langsam ansteigen lassen. Eine gesunde Diabetikertafel ist reich an Gemüse, Hülsenfrüchten und Vollkorngetreide. Auch Milchprodukte wie Joghurt, Quark, Käse oder Buttermilch können täglich auf dem Speiseplan stehen. Um die Aufnahme von Cholesterin und gesättigten Fettsäuren in einem gesunden Rahmen zu halten, sollten Fleisch und Wurst nicht täglich auf dem Speiseplan stehen. Besonders empfehlenswert sind dagegen ein bis zwei Fischmahlzeiten in der Woche. Süßigkeiten, Gebäck und Konfitüre enthalten schnelle oder auch leere Kohlenhydrate, die den Blutzuckerspiegel rapide ansteigen lassen. „Süße Sünden“ sollten recht sparsam verzehrt werden. Am besten ist es, sie als Nachspeise oder in Kombination mit anderen Lebensmitteln, die Fett, Eiweiß und Ballaststoffe enthalten, zu essen. Dadurch wird die Süßigkeit langsamer verdaut und der Blutzucker steigt entsprechend langsamer an. Vermeidung von Zwischenmahlzeiten Wichtig ist es, regelmäßige Mahlzeiten zu sich zu nehmen. Mahlzeiten auszulassen, hat nur den Effekt, dass irgendwann der unkontrollierte Hunger kommt, und man in der Regel mehr isst als gewollt.Zwischen den Mahlzeiten sollte eine lange Pause liegen. Am besten wird auch das Obst zu den Mahlzeiten gegessen. Die Vermeidung von Zwischenmahlzeiten bewirkt eine Senkung des Blutzucker- und Insulinspiegels. Erst jetzt ist die Fettverbrennung aktiv. Etwa drei bis vier Stunden benötigt der Körper, bis er eine Mahlzeit verdaut hat und der Insulinspiegel wirklich abgesunken ist. In den Stunden danach lebt er von seinen Reserven. Das bedeutet: Nur, wenn wir zwischen den Mahlzeiten mehr als drei bis vier Stunden nichts essen, hat der Körper überhaupt eine Chance, Fettpölsterchen abzubauen. Wasser als Standardgetränk Wasser ist absolut lebensnotwendig. Empfehlenswert sind 1,5 bis 2 Liter täglich. Wasser ist kalorienfrei, trägt aber zur Versorgung mit Mineralstoffen bei. Fruchtsäfte hingegen lassen den Blutzuckerspiegel rasch ansteigen. Und alkoholische Getränke sollten nur gelegentlich und dann nur in sehr kleinen Mengen getrunken werden. Alkohol senkt kurzfristig den Blutzuckerspiegel und kann beim Diabetiker zu gefährlichen Unterzuckerungen führen. Wasser lässt sich wunderbar mit Ingwer, Melisse oder auch Kräutern aromatisieren. Bewegung und Aktivität Neben der Ernährungsumstellung ist die körperliche Aktivität eine weitere Säule in der Diabetestherapie. Bewegung unterstützt die Aufnahme von Zucker in die Zellen, sodass der Blutzuckerspiegel sinkt. Diabetiker sollten deshalb den Blutzucker vor und nach sportlichen Aktivitäten kontrollieren, um Stoffwechselentgleisungen vorzubeugen. Völlig untrainierte oder Diabetiker, die schon unter Folgeerkrankungen leiden, sollten bevor sie aktiv werden, den behandelnden Arzt um Rat fragen und sich nötigenfalls noch einmal untersuchen lassen. Experten empfehlen, 3-4 Mal pro Woche mindestens 20-30 min körperlich aktiv zu werden (z. B. Walken, Schwimmen, Tanzen, Wandern, Gymnastik, Radeln). Zudem lässt sich Bewegung wunderbar in den normalen Tagesablauf integrieren: Kleinere Einkäufe können zu Fuß oder mit dem Fahrrad erledigt werden. Der Rasen lädt zum Mähen ein, der Hund möchte gern öfter mit Ihnen übers Land streifen Treppen sind zum Steigen da. Die Krankheit Diabetes mellitus erfordert vom Patienten ein hohes Maß an Disziplin und Eigenverantwortung. Vielleicht besteht gerade hierin die Möglichkeit, die Krankheit nicht als Krankheit, sondern eher als Chance zu begreifen. Wenn Übergewicht, Fehlernährung und Bewegungsmangel ursächlich zum Entstehen von Altersdiabetes schon in jungen Jahren beitragen, dann ist diese Erkrankung ein Fingerzeig, die Gewohnheiten kritisch unter die Lupe zu nehmen und zu ändern. In diesem Sinne wünsche ich allen Lesern eine gesunde und bewegte Zeit. Ihre Dr. rer. nat. Rita Hein, Heilpraktikerin und Ernährungsberaterin

Der Hautalterung entgegen wirken - Tipps für eine strahlende, gesunde Haut

Der Hautalterung entgegen wirken - Tipps für eine strahlende, gesunde Haut

Die Haut stellt eines der bedeutendsten Organe unseres Körpers dar und erfüllt dabei unterschiedliche lebenswichtige Funktionen.Der folgende Beitrag enthält Wissenswertes über den Aufbau der Haut und die verschiedenen Faktoren, über die wir direkten Einfluss auf unsere Haut und den Hautalterungsprozess nehmen können. Erfahren Sie, was Sie im Alltag für eine gesunde, strahlende Haut tun können. Der Aufbau der Haut - die drei Hauptschichten Der Hautalterung entgegen wirken - Tipps für eine gesunde Haut Hygiene Bewegung Maßvoller Genussmittelkonsum Harmonie zwischen Körper und Seele Ernährung Was braucht die Haut von innen? Wasser Makronährstoffe Mikronährstoffe Nichts ist uns so nahe, wie unsere Haut. Würden wir im wahrsten Sinne des Wortes „aus der Haut fahren“ und diese dann wiegen und vermessen, kämen wir auf ca. 10 kg Gewicht und eine Fläche von ungefähr zwei Quadratmetern.Und diese zwei Quadratmeter sind unumstritten ein Wunderwerk der Natur. Von wegen „faule Haut“: Unsere Haut ist Ummantelung, Schutzhülle, Kontaktfläche, Schweiß- und Schleimproduzent, Ausscheidungsorgan, Temperaturregler und Visitenkarte. Sie ist robust und gleichzeitig empfindsam. Als Spiegel der Seele kann die Haut sogar Gefühle sichtbar machen. Jemand wird blass vor Schreck, rot vor Wut oder schwitzt vor Angst. Ein Erlebnis fährt uns „unter die Haut“ oder, der Stress mit Kollegen ist „zum aus der Haut fahren“. Der Aufbau der Haut - die drei Hauptschichten Die Haut (Cutis) besteht aus drei Hauptschichten, die wiederum in sich geschichtet sind. Jede Schicht erfüllt unterschiedliche Aufgaben. Die Oberhaut (Epidermis) ist eigentlich eine gefäßfreie Hornschicht, die ständig abgetragen und von ihrer Unterseite heraus erneuert wird. Die Epidermis schützt vor Umwelteinflüssen, wie Sonne, Kälte und Wasser und ist Schutzbarriere gegen eindringende Keime. Je nach Belastung ist die Epidermis unterschiedlich dick. An den Augenlidern beispielsweise beträgt die Dicke nur 0,03 bis 0,05 mm. An den Fußsohlen oder den Innenflächen der Hände kann die Oberhaut bei starker Belastung auch mehrere mm dick werden. Die Lederhaut (Dermis) ist die mittlere der drei Hautschichten. Diese Hautschicht liefert bei tierischen Häuten das Leder. Daher kommt wohl der Name Lederhaut. Sie ist durchzogen von Kollagen- und Bindegewebsfasern, die der Haut ihre Elastizität verleihen. Talgdrüsen erhalten die Haut weich und geschmeidig. Die Schweißdrüsen der Lederhaut kühlen den Körper durch Verdunstung. Der Schweiß ist leicht sauer und wirkt dadurch antibakteriell. Die Unterhaut (Subcutis) besteht aus Bindegewebskammern, die Wasser und Fett speichern und den Köper gegen Druck von außen schützen. Das Fettgewebe dient als Energiespeicher. In Hungerzeiten kann dieses Depotfett schnell ans Blut abgegeben werden. In einem Quadratzentimeter Haut finden sich etwa 600.000 Zellen, 5.000 Sinneszellen, 4 Meter Nervenbahnen, 100 Schweißdrüsen, 1 Meter Blutgefäße, 15 Talgdrüsen, 5 Haare und 150.000 Pigmentzellen. Tipps für eine gesunde Haut - der Hautalterung entgegen wirken Eine schöne, glatte Haut, feste Fingernägel, seidige Haare sind ein Spiegel unserer Gesundheit und unseres Lebensstils. Doch mit zunehmendem Alter hinterlässt die Zeit Spuren auf unserer Haut. Es zeigen sich Fältchen, Pigmentflecken und die Elastizität lässt nach. Wie schnell die Hautalterung fortschreitet, ist von inneren (intrinsischen) und äußeren (extrinsischen) Faktoren abhängig. Den intrinsischen Faktor, unsere genetische Veranlagung können wir nicht beeinflussen. Aber wie schnell wir äußerlich altern hängt ganz wesentlich davon ab, wie wir uns verhalten, wo wir leben und wie wir mit und selbst und unserer Umwelt umgehen. Laut wissenschaftlicher Studien beträgt der Einfluss der Gene nur ca. 30%. Hautalterung wird dagegen zu 70% durch extrinsische Faktoren bestimmt. Und hierfür kann jeder einzelne Verantwortung übernehmen. Sorgfältige Hygiene Das A und O für eine gesunde Haut ist richtige Reinigung und Pflege. Make-up, Schweiß und Hautfette müssen täglich entfernt sein, damit die Poren nicht verstopfen und Bakterienvermehrung keine Chance hat. Genügend Bewegung, am besten an der frischen Luft Regelmäßige Bewegung an der Luft fördert die Durchblutung, das bedeutet: die Haut wird besser mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt. Und wenn man dabei noch ins Schwitzen kommt, wird die Bewegung gar zur Schönheitskur. Über den Schweiß werden abgestorbene Hautzellen und Giftstoffe ausgeschieden. Und Schweiß enthält körpereigene Lipide (Fette), die wie eine Körperlotion wirken. Eine Einschränkung bei der Bewegung an der Luft gibt es aber: Die Sonne hebt zwar die Stimmung und ist auch für die Produktion von Vitamin D wichtig, aber UV Strahlen sollten nicht auf die ungeschützte Haut treffen. Diese Strahlen schädigen die Kollagenstruktur der Haut und begünstigen die Bildung freier Radikale. Selbstbeschränkung beim Genussmittelkonsum Alkohol entwässert die Haut und entzieht ihr zusätzlich wichtige Nährstoffe. Dadurch wird eine vorzeitige Faltenbildung begünstigt. Ebenso schwächt das Genussmittel das Bindegewebe und die Haut verliert an Elastizität. Auch die Spannkraft geht mit zunehmendem Alkoholgenuss verloren. Das führt dazu, dass das Gesicht anschwillt und der Mensch aufgedunsen wirkt. Auch das Rauchen beschleunigt die Hautalterung. Nikotin und Kohlenmonoxid bewirken eine Verengung der Blutgefäße, die Zellen werden schlechter durchblutet und nicht genügend mit Nährstoffen versorgt. Die Haut wird fade und blass. Zusätzlich wird durchs Rauchen das Bindegewebseiweiß Kollagen schneller abgebaut und langsamer aufgebaut. Die Haut wird schlaff und entwickelt schneller Falten. Harmonie zwischen Körper und Seele Alles was der seelischen Gesundheit schadet, schadet auch der Haut. Psychische Belastungen und Dauerstress gehen unter die Haut und lassen diese schneller altern. Sicherlich ein guter Grund, sich im Alltag immer wieder kleine Ruheinseln zu schaffen, die den Kopf frei machen und den Alltag entschleunigen. Nicht vergessen werden sollte auch der Schönheitsschlaf. Jeder weiß, dass man nach einer durchwachten Nacht mit dunklen Augenringen und blasser Haut vor dem Spiegel steht. Umgekehrt strahlt das Gesicht nach einer erholsamen Nacht und sieht frisch und rosig aus. Die Haut nutzt die Ruhephase der Nacht. Wachstumshormone kurbeln die Regeneration der Hautzellen an. Neues Bindegewebe kann sich bilden und Feuchtigkeit speichern. Gesunde, ausgewogene Ernährung Erinnern Sie sich? Unsere Haut ist Ummantelung, Schutzhülle, Kontaktfläche, Schweiß- und Schleimproduzent, Ausscheidungsorgan, Temperaturregler und Visitenkarte. Dieser Menge an Funktionen und Aufgaben ist nur eine gesunde Haut gewachsen. Und damit sie gesund bleibt ist sie ständig auf eine ausreichende Versorgung mit Flüssigkeit, Nährstoffen, Vitaminen, Mineralien und bioaktiven Pflanzenstoffen angewiesen.# Was braucht die Haut von innen? Machen Sie Wasser zu Ihrem Lieblingsgetränk Der menschliche Körper besteht zu fast 70% aus Wasser. Den wichtigsten Stoff, den der Mensch zum Leben braucht, nämlich Sauerstoff, nehmen wir über den Atemreflex ohne bewusstes Zutun auf. Somit wird Wasser zum wichtigsten Element, das wir bewusst zuführen müssen, um zu überleben. Zur Wasserflasche muss man greifen. Und zwei oder drei Flaschen sollten täglich leergetrunken werden. Zu wenig Wasser kann nicht nur Konzentrationsstörungen und Kopfschmerzen auslösen - auch die Haut reagiert. Das Gewebe wird weniger durchblutet, trocknet aus und verliert an Elastizität. Eine Studie der Berliner Charité bestätigt, dass die Haut bereits zehn Minuten nach dem Trinken besser durchblutet und mit Sauerstoff versorgt wird. Und wem das Wasser auf Dauer zu fade wird, der kann es einfach aromatisieren. Mittlerweile ist daraus sogar ein Trend geworden. Heute spricht man vom Infused Water. Zum Aromatisieren eignen sich Kräuter, Obst, Gemüse oder Gewürze. Rezeptideen für Wasser mit Geschmack gibt es viele und der eigenen Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Makronährstoffe Von den drei Makronährstoffen, Kohlenhydrate, Eiweiß und Fett sind die Kohlenhydrate nicht essentiell. Unser Körper ist in der Lage, Kohlenhydrate selbst aus anderen Energiequellen zu gewinnen. Ein Übermaß an Kohlenhydraten, vor allem Zucker, lässt die Haut sprichwörtlich „verzuckern“. Bei einer stetigen sehr Kohlenhydrat lastigen Kost kann es im Körper zu einer biochemischen Reaktion, der sogenannten Glykation kommen. Dabei reagieren Zucker unkontrolliert und ohne Beteiligung von Enzymen mit Proteinen und Fetten. Die dabei entstehenden Stoffwechselendprodukte schaden nicht nur der Haut, sondern dem ganzen Körper. Reagiert der Überschuss an Zucker in Blut mit den Kollagen- und Elastinfasern erschlafft die Haut und Faltenbildung wird beschleunigt. Wenn es um Zucker geht, sollte man kein Verbot aussprechen, sondern vom unkontrollierten Konsum zum bewussten Genießen kommen. Die Makronährstoffe Fett und Eiweiß sind für den Körper und somit auch für die Haut essentiell und müssen mit der Nahrung zugeführt werden. Die Bausteine der Fette sind die Fettsäuren. Man unterscheidet zwischen gesättigten, einfach ungesättigten und mehrfachungesättigten Fettsäuren. Gesättigte und einfach ungesättigte Fettsäuren kann der Körper selber aufbauen. Mehrfach ungesättigte Fettsäuren sind dagegen essentiell, d.h. sie müssen mit der Nahrung zugeführt werden. Bei den mehrfach ungesättigten Fettsäuren unterscheidet man zwischen Omega-6- und Omega-3-Fettsäuren. Beide sind lebensnotwendig und haben bedeutende Funktionen in unserem Körper. Omega-6-Fettsäuren kommen reichlich in verschiedenen Pflanzenölen vor, Omega-3-Fettsäuren dagegen finden sich hauptsächlich in fetten Seefischen, wie Lachs oder Makrele und im geringen Anteil auch im Raps-, Walnuss- oder Leinöl. Für den Körper ist es wichtig, dass diese beiden Fettsäuren in einem richtigen Mengenverhältnis stehen. Wissenschaftler fordern eine Relation von fünf Teilen Omega-6 zu einem Teil Omega-3-Fettsäure. Erst dann entfaltet sich die schützende Wirkung auf die Haut und die gesamte Gesundheit. Die Epidermis ist mit einem dünnen Fettfilm überzogen. Omega-6 und Omega-3 Fettsäuren sind Bestandteil dieser sogenannten Lipidschicht, die die Haut vor Austrocknung schützt. Aber nicht nur die Fettsäuren im Fett sind notwendig. Die fettlöslichen Vitamine A, D, E und K werden im Darm gemeinsam mit Fetten absorbiert. Und besonders Vitamin A und E sind für die Gesunderhaltung der Haut sehr unentbehrlich. Ohne Eiweiß (Proteine) auf dem Teller geht es nicht. Eiweiße setzen sich aus verschiedenen Bausteinen, den Aminosäuren zusammen. Einige Aminosäuren kann der Körper selber herstellen, andere müssen mit der Nahrung zugeführt werden, sie sind essentiell. Eiweiße steuern unzählige Prozesse im Körper. Eiweiß dient unter anderem dem Aufbau von Kollagen, das die Struktur unserer Haut, Knochen und auch des Bindegewebes bestimmt. Die Qualität des Proteins wird über die biologische Wertigkeit bestimmt. Diese biologische Wertigkeit gibt an, wieviel Körpereiweiß aus 100 g des zugeführten Nahrungsproteins vom Organismus aufgebaut werden kann. Je mehr ein Nahrungsprotein dem Bedarf des Menschen an essentiellen Aminosäuren entspricht, desto höher ist die biologische Wertigkeit des Proteins. Tierisches Protein z.B. aus Milchprodukten, Fisch, Fleisch oder Geflügel ist von einer hohen biologischen Wertigkeit. Aber auch pflanzliches Eiweiß aus Getreide, Hülsenfrüchten oder Kartoffeln liefern uns hochwertiges Nahrungsprotein. Pflanzliche Eiweißquellen haben den Vorteil, dass wenig Cholesterin, Purin und Fett enthalten sind. Die biologische Wertigkeit des Nahrungsproteins lässt sich erhöhen, wenn wir bestimmte Nahrungsmittel geschickt kombinieren. Wichtig ist, zu den Mahlzeiten unterschiedliche Proteinquellen zu nutzen. Abwechslung ist gefragt, damit sichergestellt ist, dass dem Körper alle essentiellen Aminosäuren zur Verfügung stehen. Mikronährstoffe Zu den Mikronährstoffen zählen Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente. Der Körper kann Mikronährstoffe größtenteils nicht selber herstellen, wie die mehrfachungesättigten Fettsäuren und bestimmte Aminosäuren müssen sie mit der Nahrung zugeführt werden. Vitamine und Mineralstoffe beteiligen sich an unzähligen Stoffwechselprozessen und nehmen damit Einfluss auf die Gesunderhaltung der Haut. Nicht vergessen sollte man den Einfluss der sekundären Pflanzenstoffe auf unser Wohlbefinden und Hautgesundheit. Die sekundären Pflanzenstoffe kommen nur in sehr geringen Konzentrationen vor und zeichnen sich durch unterschiedlichste Funktionen aus. Der Mensch nimmt mit einer guten Mischkost täglich ungefähr 1,5 g sekundäre Pflanzenstoffe auf. Diese Menge setzt sich aus vielen Tausend Einzelsubstanzen zusammen. Die Bedeutung der sekundären Pflanzenstoffe für unseren Organismus wurde lange unterschätzt. Diese Stoffe gehören zwar nicht wie die Vitamine zu den essentiellen Nährstoffen, aber dennoch besitzen sie schützende und gesundheitsfördernde Wirkungen. Man unterteilt bioaktive Pflanzenstoffe aufgrund ihrer chemischen Struktur in verschiedene Stoffklassen: Farbstoffe, Bitterstoffe, Duft und Aromastoffe und andere mehr. Eine Beschreibung aller Vitamine, Mineralstoffe und sekundären Pflanzenstoffe würde den Rahmen des Blogbeitrages sprengen. Letztlich ist es auch nicht notwendig zu wissen, welche gesunden Wirkstoffe man durch den Verzehr von Obst und Gemüse aufnimmt, sondern entscheidend ist, dass man weiß, dass jede Portion Obst oder Gemüse kombiniert mit wertvollen Ölen und Eiweißen einen wahren Cocktail an Schutzstoffen für unsere Haut und unseren ganzen Körper liefert. Schon Hippokrates (460 -370 v.Chr.) sagte: „Eure Nahrungsmittel sollen eure Heilmittel sein.“ Egal, ob Vegetarier, Veganer oder Mischköstler, für alle gilt: Bringt Farbe und Abwechslung auf den Tisch. Den Bedarf an Nährstoffen kann man am besten mit einer großen Ernährungsvielfalt decken. Schon kleinste Mengen dieser Stoffe können in unserem Körper eine bedeutende Wirkung entfalten und sich so indirekt auf die Gesunderhaltung unserer Haut auswirken. In diesem Sinne: „Bleiben Sie gesund und fühlen Sie sich wohl in Ihrer Haut!“ Herzlich, Ihre Dr. rer. nat. Rita Hein, Heilpraktikerin und Ernährungsberaterin