06/06/2003 Abnehmen - Aber bitte gesund
Die Sonne lacht von einem strahlend blauen Himmel - und uns packst der
Frust, wenn wir uns in Badeanzug oder -hose vor dem Spiegel betrachten.
Aber keine Angst die Liste unterschiedlicher Diäten scheint endlos: Ob
Reis-, Mayo-, Eierdiät, FDH , Säftekuren oder Mondphasendiäten,
eigentlich dürfte es bei einem so vielfältigen Angebot gar kein
Übergewicht mehr geben. Und dennoch, die Gewichtskurven in den
Industrienationen gehen stetig nach oben.
Wir setzen uns mit Diäten und selbst auferlegten Verboten unter einen
enormen Erfolgsdruck. Ständiges Diäthalten verlangt neben dem
Alltagsstress ein großes Maß an zusätzlicher Kraft und Ausdauer. Viele
Menschen werden in dieser Situation reizbar und nervös.
Und dann kommt irgendwann die große Verführung... .
Essen ist mit Lebensfreude und Lustgefühl eng verbunden. Und dieses Wohlgefühl sollten wir uns nicht nehmen lassen.
Sowohl für die Menschen, die ihr Gewicht stabil halten wollen als auch
für die, die das ein oder andere Pfund verlieren möchten, gilt: mit
einer ausgewogenen, (fett)-bewussten Ernährungsweise kommt man Schritt
für Schritt ans Ziel.
Das Übergewicht kommt nicht über Nacht und geht auch nicht über Nacht.
Wer hungert oder die Kalorienzahl zu tief ansetzt, gerät oft in die
sogenannte Diätfalle. Der Körper verteidigt seine Reserven und schaltet
als Gegenmaßnahme die Stoffwechselfunktionen auf Sparflamme.
Gleichzeitig greift er seine Eiweißreserven an, das wiederum schwächt
und schlafft die Muskulatur. Sobald wir dann aber nach der Diät wieder
normal essen, kommen die Pfunde - in der Regel mit Zinsen - zurück.
Die Maßeinheit für die Nahrungsenergie ist die Kilokalorie.
Ein Gramm Kohlenhydrate (Nudeln, Reis, Brot, alle Getreideprodukte)
oder auch ein Gramm Eiweiß haben einen physiologischen Brennwert von
4,1 kcal. Fett dagegen hat pro Gramm einen Brennwert von 9,3 kcal. Fett
liefert uns also bei gleicher Menge mehr als das Doppelte an Energie.
Neuste wissenschaftliche Erkenntnisse zeigen, dass das Fett nicht
zuerst als Brennstoff für den Organismus genutzt wird, sondern
bevorzugt gespeichert wird. D.h. mit zu viel Fett in der Nahrung
schießen wir sehr schnell über die Energiebilanz hinaus und nehmen zu.
Fettreduktion in der Nahrung ist ein wichtiger Schritt auf dem Wege zum Wunschgewicht.
Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt einen
Kalorienmix von 30 % Fett, aber 50 - 60 % Kohlenhydraten in der
Nahrung. Unsere Teller sollten gefüllt sein mit viel Obst, Gemüse, aber
auch Nudeln, Reis, Brot... . Gerade die Kartoffeln oder die geliebte
Nudel wurden lange zu Unrecht als Dickmacher verschrien. Dabei sind sie
echte Fitmacher. Diese Kohlenhydrate haben eine hohe Nährstoffdichte
und liefern eine Langzeit-Energiequelle für körperliche Aktivität und
geistige Arbeit.
Als Genießer und als Köche haben wir es in der Hand, auf zu fette Soßen
zu verzichten und statt dessen auf fettbewusstere Variationen
zurückzugreifen.
Führen wir dem Körper viel komplexe Kohlenhydrate (Brot,
Vollkornnudeln, Getreidegerichte, Hülsenfrüchte u.a.m.) zu, und gehen
gleichzeitig mit dem Fettkonsum etwas bewusster um, wird das
Sättigungsgefühl gestärkt, obwohl die Gesamtkalorienaufnahme gesenkt
wird. Wir haben nicht das Gefühl weniger zu essen und fühlen uns in
unserer Lebensqualität nicht eingeschränkt.
Die Mahlzeiten sollten sich zusammensetzen aus viel Gemüse,
Vollkorngetreide und Salat, kombiniert mit fettarmen Milchprodukten,
mageres Fleisch oder Fisch. Eine ruhige, entspannte Essatmosphäre
verstärkt dabei die Befriedigung, die durch das Essen erlangt wird.
Und wenn dann trotzdem der Appetit auf Bratwürstchen, Schweinhaxe oder Schokoladenkuchen da ist, warum nicht?
Wer sich am Nachmittag ein Stück Schokoladenkuchen oder ein Walnusseis
mit Schlagsahne gönnt und ohne schlechtes Gewissen bewusst genießt, der
greift am Abend ganz von selbst nur zu einem Salat oder einer leichten
Gemüsesuppe.
Wen aber nach der "Schokoladenkuchen-Sünde" das schlechte Gewissen plagt, der bekämpft am Abend den Frust mit einer Tüte Chips.
Wird die Ernährungsumstellung mit einem Bewegungsprogramm kombiniert,
beschleunigt dies die Gewichtsabnahme und verbessert zudem das
körperliche und seelische Wohlbefinden.
Je mehr wir in Bewegung sind (auch ein strammer Spaziergang zählt),
desto höher ist der Kalorienverbrauch und bei längerer Belastung nutzt
der Körper mehr und mehr die im Fett gespeicherte Energie.
In diesem Sinne
einen guten Start in ein Leben ohne Diät